Zeittafel

(Cbr. Peter Stempel, 2009 in Anlehnung an Janz)

 

Vor der Gründung:

1742       Errichtung einer Akademie in Bayreuth durch Markgraf  Friedrich von Bayreuth.

1743       Erhebung d. Akademie zur Landesuniversität  Verlegung der Universität nach Erlangen.

04.11.1743 Eröffnung in Erlangen (Stiftungstag).

1769       Neue Impulse an der Universität durch Markgraf Alexander von Bayreuth. 

ALMA  MATER  FRIDERICO?ALEXANDRINA

1769       Erwähnung eines  „Ansbacher Kränzchens“ neben mehreren anderen Orden.

1773       Untersuchung bzgl. der Gründung einer Bayreuther Landsmannschaft, deren Mitglieder wegen ihrer großen Zahl in „Partes“ nach ihren Herkunftsgymnasien unterteilt werden.

1776       Erwähnung der alten Landsmannschaften der Ansbacher, Bayreuther, Schwaben, Franken und Moselaner.

1779       in Erlangen bestehen  Ansbacher, Franken, Moselaner und Schwaben.

1780       erneute Konstituierung einer Bayreuther Landsmannschaft.

1791       Kartellabschluß zwischen den Jenaer Amicisten und der Bayreuther Landsmannschaft am 12.09.1791. Dieser wird als Auflösung der bedeutungslos gewordenen Bayreuther Landsmannschaft gewertet.

1794       wiederum Gründung einer Bayreuther Landsmannschaft, die sich 1795 selbst auflöst.

1795       „Das große Abschwören“: Nach Edikt gegen die Ordensbrüder, dass „alle Mitglieder  zu relegieren,  bereits im Beruf befindliche aus ihren Ämtern zu entfernen seien.“ Alle Verbindungen schwören ab.

Orden und Landsmannschaften sind personell sehr verfilzt. Die Landsmannschaften sind oft nur „Schwanz und Hülle“  der Orden.

1796       Neuordnung unter Prorektor Seiler. Dieser setzt die Gestattung von vier „Gesellschaften“ im Ministerium durch. Es entstehen die Westfälische, die Märkische, die Fränkische und die Braunsche Gesellschaft.

1798       Onoldia entsteht am 28.05.1798 nach Bruch mit dem Schwarzen Orden und ist - seit dieser Zeit ununterbrochen bestehend - das älteste deutsche Corps.

 

Diese Gesellschaften ? auch später Baruthia ? leiten im Allgemeinen ihre Namen von dem Heimatland der Mehrzahl ihrer Stifter ab. Die Bezeichnung  „Corps"  kommt erstmals 1810 in Heidelberg auf,  in Erlangen um 1820.

 

Die studentenhistorische Forschung  der letzten Jahre und das überraschende Auftauchen des Stammbuches Keim erhellen die Vorgänge um die Gründung Baruthias.

Der 18 jährige, aus Kulmbach stammende Keim, wird am 29. September 1801 bei Onoldia rezipiert. Im Februar 1802 schreiben sich in Keims Stammbuch in Kulmbach ehemalige Erlanger Studenten ein, die zum Teil Chargen bei der alten Bayreuther Landsmannschaft innehatten. Bei diesen Begegnungen dürfte  wohl eingehend über die „alte Zeit“ (12 Semester seit dem „großen Abschwören“)  gesprochen worden sein. Keim war zu diesem Zeitpunkt seit vier Monaten Ansbacher und 19 Jahre alt.

Am 10. Juli 1802 kommt es zu den als „Erlanger Stierkampf“ in die Literatur eingegangenen Wirren, in deren Folge die Ansbacher fast die Hälfte ihrer Mitglieder, teils durch Austritt teils durch Exclusion verlieren.

Keim, dem etwas später der Austritt  gestattet wird, sammelte wohl einen Teil der Dissidenten um sich. Der Versuch, eine fünfte Gesellschaft zu gründen scheitert zunächst am erbitterten Widerstand vorwiegend der Franken. Einige der Dissidenten schließen sich darauf hin den Westfalen an. Als es bei den Franken zu Wirren kommt, wahrscheinlich zwischen Anhängern des landsmannschaftlichen Prinzips und deren Gegnern, dürften die um Keim Versammelten dies ausgenutzt haben und zur Auflösung der Franken beigetragen haben. Der  dadurch freigewordene  Platz im SC wird von der  am 14. Juli 1803 durch den SC „öffentlich anerkannten“  „Bayreuthischen Gesellschaft“ eingenommen.

Die 26 Gründungsmitglieder sind zehn ehemalige Ansbacher, von denen sich sechs zwischenzeitlich den Westfalen angeschlossen hatten, sechs ehemalige Franken, sowie zehn Renoncen und Obskuranten.

 

Baruthia

 1. Die ersten 50 Jahre (1803?1853) im Überblick

 

1803       14.07.1803: Gottlieb Friedrich Ferdinand Keim aus Kulmbach vereinigt Bayreuther Landsleute, die zum Teil durch gelegentliche Unruhen bei den Franken zerstreut oder in den ansbachischen, westfälischen und fränkischen Gesellschaften aktiv sind und gründete mit zunächst 26 Mitgliedern die BAYREUTHISCHE GESELLSCHAFT, deren Tendenz es ist, „nicht mehr eine Vereinigung von Landsleuten, sondern ein Freundschaftsbund Auserwählter"  zu sein. Es gibt zunächt fünf Chargierte. Ihre Farben sind Grün-Schwarz?Gelb.

28.07.1803: Unterzeichnung einer Konstitution.

WS 03: die Bayreuthische Gesellschaft wird vom Senat der Universität   genehmigt.

Ende 1803: Baruthia hat 25 Mitglieder.

 Fechten

Das Fechten ist bei uns elementarer Teil der Aktivität. Jeder schlägt im Regelfall mindestens fünf Partien.

Eine Partie ist ein Kräftemessen zwischen zwei im Idealfall gleich starker, gleich großer und gleich begabter Fechter verschiedener Corps. Entgegen oft gezeigter Darstellungen in TV-Produktionen ficht man nicht mit den eigenen Corpsbrüdern!

Eine Partie besteht im Normalfall aus 30 sog. Gängen zu jeweils vier Hieben. Nach jedem Gang folgt eine kurze Pause. Hauptziel der Mensur (so wird eine Partie auch genannt) ist es, die eigenen Ängste zu überwinden und möglichst selbst nicht getroffen zu werden. Es geht weder darum, den Gegner zu besiegen, noch ihn möglichst stark zu verletzen.

Dies ist auch durch umfangreiche Bandagen gewährleistet. Getroffen werden kann lediglich der Kopf und Teile des Gesichtes, wobei garantiert ist, dass keine gefährlichen Verletzungen entstehen, da Augen, Nase und Gehörgänge ebenfalls geschützt sind.

Für die Mensur muss auch täglich trainiert werden. Das sog. Pauken nimmt eine bis eineinhalb Stunden im täglichen Aktivenleben ein. Nur das regelmäßige Pauken gewährleistet eine optimale Vorbereitung auf die Mensur.

Ziel einer Mensur ist stets,  dem eigenen Anspruch an den eigenen Mut und die eigenen Fähigkeiten gerecht zu werden.

Die Bewertung der Partie übernehmen die Corpsbrüder, da man die eigene Leistung auf der Mensur selbst nicht sehen kann und es einem also selbst nicht möglich ist, einzuschätzen, ob man seinen Möglichkeiten Entsprechendes geleistet hat. Die Corpsbrüder stimmen darüber ab, ob die Partie den technischen Ansprüchen genügt hat und ob der jeweilige Paukant die Partie durchstand, ohne nach außen sichtbar seine eigenen Angst zu zeigen. Nur dann zählt die Partie als eine der fünf geforderten Pflichtpartien.

Die Bewertung der Mensur den Corpsbrüdern zu überlassen heißt, im Vertrauen auf eine richtige Entscheidung der Corpsbrüder sich deren Urteil zu fügen. Es setzt also das Grundvertrauen voraus, dass die Bewertung durch den Convent (die Versammlung der anwesenden Corpsbrüder) der gezeigten Leistung entspricht. Die Rechtfertigung dieses Grundvertrauens durch wiederholt nachvollziehbare Entscheidungen führt in der Folge zu einem gegenseitigen Vertrauen aller Corpsbrüder untereinander.

Das Fechten stellt hohe Anforderungen an die Corpsbrüder. Doch nur wer sich hohen Anforderungen stellt, kann auch an diesen wachsen. Das Fechten gibt den Corpsbrüdern also die Chance, die eigene Angst zu überwinden und den eigenen Wagemut und die eigene Tapferkeit auszutesten oder zu bestätigen. Wer diese Herausforderung gemeistert hat, der ist zu weiteren großen Taten in der Lage.

beim Internetauftritt des Corps Baruthia!

 

Wir sind ein soziales Netzwerk von Jung und Alt. Jeder von uns kann sich des Beistandes und der Hilfe der Corpsbrüder gewiss sein. Auch in schlechten Zeiten stehen wir zusammen und unterstützen uns so gut es geht. Darüber hinaus können wir dem zielstrebigen Studenten neben Beistand und Freundschaft auch Unterstützung bieten. Häufig gefordert sind: Stilsicheres Auftreten, Etikette, persönliches Zeitmanagement, Selbstorganisation und Führungsqualitäten. Das alles sind Qualifikationen, die man während seiner Zeit, in unserer Gemeinschaft erlernt.

Oft sieht man sich vor der Situation, selbst Reden, vorbereitet und auch unvorbereitet, halten zu müssen. Auch finden auf unserem Corpshaus regelmäßig Seminare statt und werden Vorträge von renommierten Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und dem öffentlichen Leben gehalten. Baruthia fördert den Einzelnen, fordert aber auch Einsatz.

Eine Prüfung die wir von allen Corpsbrüdern verlangen ist die der Mensur, das studentische Fechten. Sie stellt eine Extremsituation dar, die dem Einzelnen viel abverlangt. Jedoch schweißt sie auf Grund der physischen und psychischen Herausforderung die Gemeinschaft in unvergleichbarer Weise zusammen. Ebenso leistet die Mensur ihren Beitrag zur Persönlichkeitsbildung.